Ehrenamtlich betreuen – 7 Tipps, damit dein Team gesund bleibt

Jugendfreizeiten leben von Menschen, die sich mit Herzblut einbringen. Gerade im Ehrenamt ist die Motivation oft besonders hoch: Man will den Teilnehmenden eine unvergessliche Zeit ermöglichen, alles möglich machen, für jede Situation da sein. Genau darin liegt aber auch die Gefahr. Wer ständig über die eigenen Grenzen geht, merkt oft zu spät, wann es zu viel wird – körperlich wie psychisch.

Für Leitungen und Teamer stellt sich deshalb eine zentrale Frage: Wie schaffen wir es, engagiert zu arbeiten, ohne uns dabei selbst auszubrennen? Wir haben 7 Tipps, die ihr bei der Vorbereitung eurer Freizeit berücksichtigen könnt.

1. Kenne deine eigenen Ressourcen

Ein erster Schlüssel liegt in der Selbstkenntnis. Wer weiß, wie der eigene Biorhythmus funktioniert, kann Aufgaben sinnvoll verteilen. Nicht jede Person muss den Frühsport anleiten – vor allem dann nicht, wenn sie morgens kaum ansprechbar ist. Ebenso wichtig ist die ehrliche Frage: Wie lange kann ich „Vollgas“ geben? Brauche ich regelmäßige Pausen oder halte ich auch längere intensive Phasen gut durch? Wer seine eigenen Ressourcen kennt, kann sie gezielt einsetzen – und rechtzeitig die Reißleine ziehen.

2. Stärken im Team gezielt nutzen

Leitung bedeutet nicht nur, auf sich selbst zu achten, sondern auch das Team im Blick zu haben. Welche Stärken bringen die einzelnen Mitarbeitenden mit? Wer übernimmt gern Verantwortung, wer braucht klare Strukturen? Und gibt es Personen, die in stressigen Situationen ein stabiler „Fels in der Brandung“ sind? Je besser Aufgaben an Kompetenzen und Persönlichkeiten angepasst sind, desto gesünder bleibt das gesamte Team.

3. Vorbereitung ist Prävention

Entscheidend ist, dass niemand allein bleibt. Schon in der Vorbereitung sollte geklärt werden: An wen kann ich mich wenden, wenn es schwierig wird? Habe ich Rückhalt im Team oder in der Trägerstruktur? Ebenso hilfreich ist es, offen über Erwartungen, Sorgen und persönliche Grenzen zu sprechen. Fragen wie „Wovor habe ich Respekt?“ oder „Was kostet mich besonders Energie?“ schaffen Transparenz – und beugen Überforderung vor.

4. Pausen sind kein Luxus

Während der Freizeit selbst braucht es eine Kultur, in der Pausen nicht als Schwäche gelten. Gerade weil alle ehrenamtlich dabei sind, ist es wichtig, bewusst Räume für Erholung zu schaffen. Das kann ganz praktisch aussehen: fest eingeplante freie Tage für Mitarbeitende, an denen sie ausschlafen, spazieren gehen oder einfach nichts tun dürfen. Leitungskräfte haben hier eine wichtige Vorbildfunktion. Wer selbst keine Pause macht, signalisiert schnell: Durchziehen ist der Standard.

5. Stimmung im Blick behalten

Hilfreich sind einfache Tools, um die Verfassung im Team sichtbar zu machen. Ein „Energie-Barometer“ im Teamraum – etwa eine Skala, an der jede Person täglich ihren aktuellen Zustand markiert – kann frühzeitig zeigen, wenn jemand an seine Grenzen kommt. Ergänzend dazu sorgen regelmäßige Check-ins für Austausch: Wie geht es dir heute wirklich?

6. Verantwortung teilen: Buddy- und Care-Konzepte

Ein bewährtes Prinzip ist das Buddy-System. Zwei Teammitglieder achten bewusst aufeinander, fragen nach und unterstützen sich gegenseitig. Besonders spannend wird es, wenn erfahrene und neue Personen zusammenarbeiten – so entstehen neue Verbindungen und ein stärkeres Verantwortungsgefühl füreinander.

Manche Teams gehen noch einen Schritt weiter und benennen gezielt eine Person für das Wohlbefinden – eine Art „Feelgood“- Manager/in. Diese Person hat ein besonderes Auge auf das Teamklima und kann bei Bedarf auch in belastenden Situationen unterstützen.

7. Rückzugsorte schaffen

Nicht zuletzt spielen auch die Rahmenbedingungen eine Rolle. Rückzugsorte sind Gold wert. Ein ruhiger Raum, in dem keine Programmpunkte vorbereitet werden und niemand etwas holen kommt, kann entscheidend sein. Ob „Mitarbeiter-Oase“, stiller Raum oder einfach eine Hängematte zwischen zwei Bäumen – wichtig ist, dass es Orte gibt, an denen echte Erholung möglich ist.

Fazit: Gute Leitung beginnt bei dir selbst

Am Ende gilt: Je besser Leitung und Team sich selbst kennen und ernst nehmen, desto nachhaltiger gelingt die Freizeit. Engagement braucht Energie – und die wächst nur, wenn wir gut mit ihr umgehen.

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