Gastbeitrag: Thüringer Rostbratwurst am Fuße der Wartburg

Das idyllisch gelegene deutsche handicapgerechte Haus Hainichen für Menschen mit Behinderung.

Na, bist Du schon aufgeregt?
Koffer und Kisten in den Bulli – Platz nehmen – anschnallen und schon geht es los.

Die meisten von uns haben Thüringen gar nicht so richtig im Blick. Aber es lohnt sich unbedingt eine Reise in die Mitte Deutschlands!
Die Anreise dauert gar nicht so lang. Je weiter wir uns unserem Ziel, dem Haus Hainichen nähern, desto öfter sieht man kleine bezaubernde Burgen auf Hügeln am Wegesrand.
Eine Burg fällt dabei besonders ins Auge. Wir sind bei Eisenach… Diese Burg hat eine besondere Anziehungskraft. Dort lebte vor 500 Jahren Junker Jörg, „pflegte Haupthaar und Bart“ und hat in nur 11 Wochen etwas ganz Besonderes geschaffen. Aber das Rätsel erforschen wir später.

Malerische Dörfer schmücken den Anreiseweg

Wir nähern uns also unserer Ferienunterkunft.
Die Landschaft wird immer schöner. Kleine grüne Hügel, weite Felder. Wir fahren durch malerische Dörfer mit Fachwerkhäusern. Hier und dort grasen Kühe, Schafe und Pferde auf den Weiden.  Und dann verfahren wir uns. Mussten wir Richtung Witzenhausen abbiegen oder eher nach Waltershausen? Die Gegend hier ist uns wirklich sehr unbekannt. Warum eigentlich? Es ist wunderschön! Also wollen wir uns bekannt machen. Und dann endlich sehen wir am Wegesrand unser schönes Ferienhaus. Ein Haus aus roten Backsteinen.  Das sieht hübsch aus. Und es gibt einen großen Anbau. Das Haus war früher eine Fabrik, in der aus Ton und Lehm Steine gebrannt wurden. Aus diesen Ziegelsteinen wurden Häuser gebaut. Deshalb sind hier auf dem Gelände alle Häuser aus den roten Steinen.

Das deutsche handicapgerechte Haus Hainichen für Menschen mit Behinderung. Das deutsche handicapgerechte Haus Hainichen für Menschen mit Behinderung.

Blumen, Hängematte, Kätzchen: Was will das Urlauber-Herz mehr?

Im tollen, zum Teil überdachten Innenhof gibt es eine schöne Sitzecke, rundherum ganz viel Wiese. Überall leuchten bunte Blumen. Oh, ich freue mich schon auf ein Nickerchen in der Hängematte oder auf einer der Liegen und ein romantisches Lagerfeuer an der Feuerstelle.

Die Besitzer begrüßen uns. Welch eine Gastfreundschaft! Winfried erklärt uns alles. In dem großen Haus wohnt er mit seiner Familie und im Anbau des Hauses Hainichen finden wir für eine Woche unsere gemütlichen Zimmer.

katze

Man weiß gar nicht, was man zuerst machen möchte: die kleine Katze mit dem roten Fell möchte gestreichelt werden, eine andere Katze schnurrt behaglich im Blumenbeet neben der Tür zur Waschküche, Kaffee und Kuchen duften herrlich und die Koffer wollen ausgepackt werden.

Vom Innenhof aus gibt es ganz viele Türen ins Haus. Welche ist denn die richtige?  Das ist erst ein bisschen verwirrend, aber mit ein paar kleinen Bildern als Wegweiser ist es gar kein Problem mehr und alle Gäste finden ihre Zimmer im Erdgeschoss, in der ersten Etage oder im Dachgeschoss.

Die Zimmer sind groß und sehr gemütlich eingerichtet. In einigen gibt es Pflegebetten und alle Zimmer haben ein schönes, freundlich eingerichtetes Badezimmer.

Ein Eis zum Nachtisch? Kein Problem!

Alle Koffer sind ausgepackt und es ist Zeit zum Abendessen. Wie das duftet! Schnell decken wir den Tisch und dann kommt Winfried und bringt uns das leckere Essen. Das hat er nebenan in seiner Küche selbst gekocht und es schmeckt wunderbar! Frische, knackige Salate, Kartoffeln vom Markt, frisches Gemüse und herrliche Frikadellen mit Soße. Oder köstliche Braten oder Nudelauflauf oder Schnitzel mit Kartoffelsalat oder Thüringer Rostbratwurst… Alles lecker! Und ein Höhepunkt der kulinarischen Reise ist die selbstgemachte Pizza. Winfried hat im Garten einen Pizzaofen gebaut. Buchenholz gibt die Hitze. Alle suchen sich aus einer riesengroßen Auswahl von Zutaten die Dinge aus, die die eigene Pizza zur allerleckersten machen. Und dann wird gebacken wie in einer italienischen Pizzeria.

Das ist wunderbar, macht Spaß und herrlich satt. Ein Eis zum Nachtisch? Kein Problem.

Wenn es abends kalt wird, machen wir in der Kaminscheune den Kamin an. In der wohligen Wärme treffen wir uns in gemütlicher Runde und reden über Gott und die Welt, machen Witze, erzählen Geschichten und schmieden Pläne für den kommenden Tag. Hierbei sind uns unsere Gastgeber sehr behilflich.

Ausflugsmöglichkeiten en masse

Mühlhausen wollen wir mit einer Bimmelbahn entdecken. Was für ein schöner Ort mit historischem Stadtkern und netten Geschäften!
Die Eisdiele ist ein Geheimtipp!

Wir können im „Eichsfeld“ Burgen zählen: Burg Hanstein, Burg Bodenstein, Burg Greifenstein,  Burg Harburg, Burg…….

Und natürlich die Wartburg in Eisenach.
Richtig! Die haben wir ja schon in der Ferne bei der Anreise gesehen. Und hier löst sich auch das Rätsel vom Anfang: Martin Luther sollte gefangen werden, da hat er sich auf der Wartburg versteckt. Hat sich Junker Jörg genannt, damit man ihn nicht findet. Und hat in nur 11 Wochen das Neue Testament der Bibel übersetzt.

Auflug vom barrierefreien Gruppenhaus Hainichen für behinderte Menschen
(© DZT, Wartburg-Stiftung)

Die gab es vorher nur in einer Sprache, die nur sehr gelehrte Menschen lesen konnten. Und so konnten dann durch die Übersetzung von Martin Luther auch andere Menschen, die lesen konnten an den Erzählungen der Bibel teilhaben.

Gewusst wie!

Aber der Weg hinauf zur Wartburg ist sehr beschwerlich und besonders für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, kaum möglich.

Trick 17!
Wir besuchen „mini-a-thür“. In diesem Freizeitpark sind alle Sehenswürdigkeiten von Thüringen als Modelle nachgebaut und eben auch die Wartburg. Das ist unglaublich niedlich und zauberhaft. Und macht ganz viel Spaß. Die Wege sind nicht optimal für Rollifahrende, aber zwischendurch gibt es zur Stärkung natürlich wieder eine echte Thüringer Rostbratwurst.

Ganz gemütlich geht es bei einer Fahrt mit der Eichsfelder Kanonenbahn zu.  Das hört sich zwar gefährlich an. Ist es aber überhaupt nicht. Bei Kaffee und Kuchen rumpelt man mit einer kleinen Bahn durch herrliche Landschaften, durchfährt zahlreiche geheimnisvolle Tunnel und überquert tiefe Täler auf bemerkenswerten Brücken.

Auflug vom barrierefreien Gruppenhaus Hainichen für behinderte Menschen
(© Nationalpark Hainich)

Im Hainicher Nationalpark ist der Baumkronenpfad ein großes Erlebnis. In schwindelerregender Höhe geht man auf einem gut gesicherten Pfad durch Baumkronen spazieren. Das geht auch sehr gut für Menschen im Rollstuhl als Spazierfahrt, denn es gibt einen Fahrstuhl hoch hinauf in die Baumkronen und die Steigungen auf dem Pfad sind gut zu bewältigen.

Schnaufende Pferde ziehen die Planwagen entlang des Rennsteiges. Und bringen uns zu einem Waldgasthof mit frisch gebackenem Kuchen und zum Wildkatzendorf Hütscheroda. Dort leben Luchse – was für hübsche, geheimnisvolle Tiere!

Bei all den Erlebnissen ist es schön, abends bei einem netten Film im privaten „Freiluftkino“ im Innenhof zu entspannen und manch einer schläft schon beim Film ein – so viel gute Luft, leckeres Essen und spannende Erlebnisse machen wunderbar müde.
Ich freue mich schon auf schöne Träume und das leckere Frühstück.

 

Friederike Gerdes, Reiseschmiede Bethel

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