Warum eine frühere Anreise und eine spätere Abreise so knifflig sind
„Können wir schon mittags anreisen?“ Oder: „Dürfen wir am Abreisetag noch etwas länger bleiben?“ Solche Anfragen bekommen wir bei Reiseservice Henser regelmäßig. Und wir verstehen den Wunsch. Gerade bei Jugend- und Handicapfreizeiten möchte man lange Wartezeiten vermeiden und möglichst viel Zeit im Gruppenhaus verbringen. Trotzdem sind frühere Anreisen und spätere Abreisen oft komplizierter, als sie wirken.
Das Haus braucht Zeit zwischen zwei Gruppen
Bei den meisten Gruppenhäusern gilt: Anreise ab 16 Uhr, Abreise bis 10 Uhr. Diese Zeiten sind nicht willkürlich festgelegt. Zwischen zwei Gruppen müssen Häuser gereinigt, kontrolliert und für die nächsten Gäste vorbereitet werden. Selbst wenn alles ordentlich hinterlassen wurde, stehen oft noch Reparaturen, technische Kontrollen oder organisatorische Aufgaben an.
Wo professionelle Reinigungsteams arbeiten, werden dafür meist mehrere Stunden benötigt. Sechs bis sieben Stunden Leerstand sind keine Seltenheit.
Wenn Gruppen früher vor der Tür stehen
Besonders schwierig wird es, wenn Gruppen deutlich früher als vereinbart anreisen. Nach einer langen Fahrt müssen die ersten Pipi, wollen Gepäck ausladen oder schon ins Haus. Gleichzeitig sind möglicherweise noch Reinigungskräfte vor Ort. Das führt schnell zu unangenehmen Situationen. Nicht selten wird die Arbeit unterbrochen und später gibt es Ärger, weil das Haus nicht vollständig vorbereitet wurde.

Hinter jedem Haus stehen Menschen
Viele Gruppenhäuser werden von Hausverwaltern betreut, die nicht direkt vor Ort wohnen. Gerade in Skandinavien fahren manche ein bis zwei Stunden zur Hausübergabe. Viele übernehmen diese Aufgabe zudem ehrenamtlich. Es sind Menschen in Arbeitsverhältnissen und mit einem Familienleben. Deshalb ist es wichtig, vereinbarte Zeiten einzuhalten und Änderungen frühzeitig abzusprechen. Für kurzfristige Planänderungen durch höhere Gewalt (die Fähre hat Verspätung, es gab eine Autopanne oder Stau, …) haben alle Beteiligten immer Verständnis.
Frühere Anreise fürs Küchenteam?
Das kann manchmal funktionieren, muss aber organisiert werden. Wer früher ins Haus darf, übernimmt oft auch die komplette Hausübergabe. Dafür braucht es mehr als Küchenkenntnisse – schließlich werden dabei auch technische und sicherheitsrelevante Dinge erklärt. Wenn das Küchenteam also früher anreist, sollte zumindest auch eine hauptverantwortliche Leitungsperson dabei sein. 5 Ideen für eine gelungene erste Mahlzeit im Gruppenhaus haben wir übrigens hier schon mal für euch aufgeschrieben.

Unser Tipp
Plant lieber einen kleinen Puffer ein. Ein Stopp am Supermarkt, ein Rastplatz oder ein kurzer Programmpunkt in der Nähe des Hauses sind oft deutlich entspannter als eine zu frühe Anreise. Wir haben Tipps für nahezu jede Region rund um unsere Häuser.
Und ganz wichtig: Fragt uns rechtzeitig. Wenn eine frühere Anreise oder spätere Abreise möglich ist, organisieren wir das gerne für euch. Wenn wir allerdings sagen, dass es nicht geht, dann hat das meistens gute Gründe. Das liegt nicht an Bürokratie, sondern daran, dass wir Rücksicht auf Gastgeber, Hausverwalter und Reinigungsteams nehmen müssen.
Wer die vereinbarten Zeiten respektiert, hilft mit, dass die Freizeit für alle Beteiligten entspannt beginnt – und genauso entspannt endet.